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GiroCode auf der Rechnung: so funktioniert der Zahl-QR

Der QR-Code auf einer Rechnung spart deinem Kunden das Abtippen von IBAN, Betrag und Verwendungszweck. Er heißt GiroCode, technisch EPC-QR-Code, und ist ein europäischer Standard. Hier steht, was drin ist, welche Bank-Apps ihn lesen und woran er in der Praxis scheitert.

Stand: 28. Juli 2026 · Grundlage: EPC069-12 „Quick Response Code: Guidelines to Enable the Data Capture for the Initiation of a SEPA Credit Transfer" des European Payments Council

Was der GiroCode ist

Der GiroCode ist ein normaler QR-Code, in dem die Daten einer SEPA-Überweisung stehen: Empfänger, IBAN, Betrag und Verwendungszweck. Dein Kunde öffnet seine Banking-App, scannt den Code, und das Überweisungsformular ist ausgefüllt. Er muss nur noch freigeben.

Der Standard dahinter heißt EPC069-12 und stammt vom European Payments Council, dem Gremium der europäischen Kreditwirtschaft. Deshalb liest jede Bank-App denselben Code — es gibt keinen Anbieter dazwischen, keine Gebühr und keine Anmeldung. Der Code ist reiner Text, der als QR-Bild gedruckt wird.

Der praktische Nutzen: Eine deutsche IBAN hat 22 Stellen, eine österreichische 20. Wer sie abtippt, vertippt sich. Ein falscher Verwendungszweck bedeutet, dass du die Zahlung nicht zuordnen kannst. Der GiroCode nimmt beide Fehlerquellen raus — und senkt die Hürde, gleich am Handy zu bezahlen, statt „später am PC".

Welche Bank-Apps ihn lesen

Der GiroCode wird in Deutschland und Österreich breit unterstützt. Die Banking-Apps der Sparkassen, der Volks- und Raiffeisenbanken, der großen Privatbanken und der österreichischen Institute erkennen ihn in der Regel über die Überweisungsmaske oder eine eigene Scan-Funktion. Auch viele Direktbanken und Multibanking-Apps können ihn.

Die Bezeichnung unterscheidet sich je nach App: „QR-Code scannen", „Foto-Überweisung", „Rechnung scannen" oder „GiroCode". Wenn dein Kunde fragt, wo er das findet: meist im Überweisungsformular, oben rechts als Kamerasymbol.

Eine verbindliche, vollständige Liste aller unterstützenden Institute gibt es nicht — die Unterstützung wird von jeder Bank einzeln gepflegt und ändert sich. Wenn eine App den Code nicht liest, bleibt der normale Weg über die aufgedruckten Bankdaten.

Was im Code steht

Der EPC-QR-Code ist eine schlichte Liste von zwölf Textzeilen. So sieht ein vollständiger Datensatz aus, wie ihn LokalX erzeugt. Die fünfte Zeile — der BIC — ist hier bewusst leer, weil sie in Version 002 innerhalb des SEPA-Raums nicht mehr nötig ist. Leer bleiben auch die beiden Zeilen vor dem Verwendungszweck und die letzte Zeile:

BCD
002
1
SCT

Elektro Bauer
DE02120300000000202051
EUR366.52


Rechnung RE-2026-0042
ZeileBedeutungRegel
BCDKennung des Formatsimmer BCD
002Version002 ist die aktuelle. Damit ist der BIC im SEPA-Raum optional.
1Zeichensatz1 steht für UTF-8. Damit funktionieren Umlaute.
SCTArt der ZahlungSEPA Credit Transfer, also die normale Überweisung
BICBank des Empfängersin Version 002 innerhalb des SEPA-Raums optional
NameEmpfängerhöchstens 70 Zeichen
IBANKonto des Empfängersohne Leerzeichen, in Großbuchstaben
BetragRechnungsbetragFormat EUR + Betrag mit Punkt als Trennzeichen, z. B. EUR366.52
(leer)Purpose-Codeoptional, bleibt bei Rechnungen üblicherweise leer
(leer)strukturierte Referenzentweder diese Zeile oder die nächste, nie beide
Verwendungszweckfreier Texthöchstens 140 Zeichen

Die fünf typischen Fehler

1. Leerzeichen in der IBAN

Auf der Rechnung schreibt man die IBAN gerne in Vierergruppen. Im QR-Code darf sie das nicht. Banking-Apps melden dann „fehlerhafte Daten" oder lesen gar nichts. Die IBAN gehört ohne Leerzeichen und in Großbuchstaben in den Code.

2. Komma statt Punkt beim Betrag

Der Betrag steht im Format EUR366.52, mit Punkt. Ein Komma macht den Datensatz ungültig. Kein Tausenderpunkt, kein Währungssymbol, kein Leerzeichen zwischen EUR und Zahl.

3. Umlaute mit dem falschen Zeichensatz

Steht in Zeile drei nicht 1 für UTF-8, werden Umlaute im Firmennamen oder Verwendungszweck zu Fragezeichen. Das fällt oft erst auf, wenn der Kunde anruft.

4. Zu langer Verwendungszweck

Mehr als 140 Zeichen sind nicht vorgesehen. Alles darüber wird abgeschnitten — im schlimmsten Fall genau die Rechnungsnummer. Kurz halten: „Rechnung 2026-0042" reicht.

5. Der Code ist zu klein gedruckt

Ein GiroCode braucht Platz. Unter etwa 25 Millimetern Kantenlänge wird das Scannen mit einer Handykamera unzuverlässig, besonders wenn die Rechnung als Foto weitergereicht wurde. Dazu gehört ein weißer Rand rings um den Code.

Wichtig: Der QR-Code ersetzt die aufgedruckten Bankdaten nicht. IBAN, Empfänger und Verwendungszweck gehören zusätzlich lesbar auf die Rechnung — für alle, die den Code nicht scannen können oder wollen.

Nicht zu verwechseln: die Schweizer QR-Rechnung

In der Schweiz gibt es einen eigenen, anderen Standard: die QR-Rechnung mit dem Schweizerkreuz in der Mitte des Codes. Sie folgt nicht EPC069-12 und ist mit dem GiroCode nicht kompatibel. Wer in die Schweiz fakturiert, braucht die Schweizer Variante — LokalX erzeugt sie nicht und unterstützt die Schweiz auch sonst nicht.

Ist der GiroCode Pflicht?

Nein. Der GiroCode ist ein freiwilliges Angebot an deinen Kunden. Auf die Rechnung gehören die gesetzlichen Pflichtangaben — in Deutschland nach § 14 UStG, in Österreich nach § 11 UStG. Der QR-Code zählt nicht dazu und ersetzt keine davon.

So bringst du ihn auf deine Rechnung

Es gibt drei Wege:

  • Manuell mit einem Generator. Funktioniert, ist aber bei jeder Rechnung dieselbe Handarbeit: Betrag eintragen, Code erzeugen, Bild in die Vorlage kopieren. Fehleranfällig, weil der Betrag jedes Mal neu stimmen muss.
  • Über eine Vorlage mit Makro. Möglich, aber Wartungsaufwand — und die Vorlage muss auf jedem Gerät funktionieren.
  • Automatisch aus dem Rechnungsprogramm. Der Code wird beim Erstellen aus IBAN, Betrag und Rechnungsnummer gebaut. Kein Zusatzschritt, keine Zahlendreher.

In LokalX steht der GiroCode automatisch drauf

Bei jeder Rechnung mit der Zahlart „Rechnung" landet der SEPA-QR-Code auf Seite eins des PDFs — mit Empfänger, IBAN, Betrag und Rechnungsnummer. Du musst nichts einstellen.

Häufige Fragen

Kostet der GiroCode etwas?

Nein. Der Standard ist offen, es gibt keine Lizenzgebühr und keinen Dienstleister dazwischen. Der Code enthält nur Text und wird als Bild gedruckt.

Werden dabei Daten an Dritte übertragen?

Nein. Der QR-Code ist kein Link. Er enthält die Überweisungsdaten direkt. Beim Scannen wird nichts aufgerufen, die Bank-App liest den Text und füllt damit das Formular aus.

Funktioniert das auch in Österreich?

Ja. Der EPC-QR-Code gilt im gesamten SEPA-Raum, also auch in Österreich. Die österreichischen Banking-Apps unterstützen ihn breit.

Kann ich einen Betrag von 0 € hinterlegen?

Der Standard erlaubt es, das Betragsfeld leer zu lassen — der Kunde trägt den Betrag dann selbst ein. Bei einer Rechnung ist das nicht sinnvoll: Der feste Betrag ist genau der Punkt.

Was, wenn die Bank-App den Code nicht erkennt?

Meist liegt es an einer der fünf Ursachen oben — am häufigsten an Leerzeichen in der IBAN oder an einem zu klein gedruckten Code. Prüf zuerst diese beiden. Wenn es weiter nicht geht, überweist dein Kunde wie gewohnt über die aufgedruckten Bankdaten.

Quellen

Dieser Beitrag erklärt die Rechtslage und den technischen Standard allgemein und ersetzt keine Steuerberatung. Für deinen Einzelfall frag deine Steuerberatung.

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